Das Silicon Valley im Rückspiegel: Ein Thurgauer Startup auf der Überholspur

19.10.2026

Qambria befasst sich mit einem Thema, das für viele nach Science-Fiction klingt, aber äusserst handfest ist: Quantencomputer. Das Startup aus Steckborn hat gute Voraussetzungen, sich zum globalen Taktgeber zu entwickeln. Vom Startnetzwerk Thurgau hat Qambria das Förderpaket im Wert von CHF 18'000 erhalten.

Künstliche Intelligenz ist in aller Munde, KI-Gurus schiessen wie Pilze aus dem Boden. Sich mit Quantencomputing zu beschäftigen, steht hingegen bei den wenigsten auf der Tagesordnung. Dabei ist das Potenzial riesig: Quantencomputer sollen Aufgaben lösen, an denen heutige Rechner scheitern, etwa die Simulation neuer Materialien und Medikamente oder die Optimierung komplexer Abläufe. Während ein normaler Computer mit Nullen und Einsen rechnet, nutzt ein Quantencomputer Effekte der Quantenphysik. Für Laien bildhaft erklären lässt sich das kaum.
Der Haken: Die Maschinen sind extrem empfindlich, schon kleinste Störungen führen zu Fehlern. Daran arbeiten Forschende und Firmen weltweit – zum Beispiel im Silicon Valley.

Zukunftsmusik aus Steckborn
Jeder Quantenrechner braucht einen normalen Computer an seiner Seite, der Fehler in Sekundenbruchteilen erkennt und korrigiert. Heute besteht diese «klassische» Seite oft aus einem Flickwerk von Bauteilen, die nie für diese Aufgabe gedacht waren. Das kostet Tempo und Zuverlässigkeit.
Hier setzt Qambria an. Das Team baut die Schnittstelle zwischen Quanten- und Normalrechner, quasi den Dirigenten, der beide im Takt hält. Die eigens entwickelte Software koordiniert, welche Aufgabe wo läuft. Weitere Bausteine sorgen dafür, dass Daten blitzschnell hin und her fliessen und Fehler sofort behoben werden.
Qambria baut keine Quantencomputer selbst, sondern lizenziert seine Technologie. Sie soll mit Maschinen verschiedener Hersteller funktionieren.

Zehn Fachleute, erste Pilotpartner
Gegründet wurde das Unternehmen 2025, heute arbeiten zehn Personen mit einschlägiger Branchenerfahrung daran. Die ersten Software-Bausteine laufen bereits bei Pilotpartnern. Langfristig will Qambria helfen, dass Quantencomputer vom Laborgerät zum verlässlichen Werkzeug werden, etwa in Hochleistungsrechenzentren, wo sie künftig als Beschleuniger neben klassischen Supercomputern arbeiten.

«Ein Quantencomputer ist nur so nützlich wie seine Verbindung zur bestehenden Recheninfrastruktur. Genau diese Verbindung bauen wir. In den nächsten Monaten bringen wir unsere Bausteine zur Produktreife und gewinnen weitere Partner. Das Förderpaket des Startnetzwerks Thurgau hilft uns, diese Schritte schnell und zielgerichtet zu gehen», sagt Dominik Ulmer, Gründer und CEO von Qambria.

Medienkontakt
Lukas Rösch, Geschäftsführer
info@startnetzwerk.ch
071 552 74 41

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